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Buchführungspflicht

Insbesondere sind Kaufleute nach dem Handelsgesetzbuch, kurz HGB, und der Abgabenordnung, kurz AO, zur Buchführung verpflichtet. Als Kaufmann und damit zur Buchführung verpflichtet, kann schon entschieden sein durch die Wahl bzw. die Entscheidung bestimmter Rechtsformen. Dies trifft beispielsweise auf Kapitalgesellschaften wie eine GmbH oder eine AG zu, diese sind der Buchführungspflicht unterworfen.

Bereits in § 1 HGB wird ein Kaufmann als derjenige bezeichnet, der ein Handelsgewerbe betreibt. Unter einem Handelsgewerbe versteht man wiederum im Grunde jeden Gewerbebetrieb, eine Ausnahme bildet dabei ein Unternehmen, dass nach seiner Art oder dem Umfang der kaufmännischen Einrichtung einen Geschäftsbetrieb nicht erfordert.

Im Prinzip ist jedes Gewerbe ein Handelsgewerbe, so dass sich ein (Klein-) Gewerbetreibender freiwillig in das so genannte Handelsregister eintragen lassen kann, wenn sein Betrieb noch keine kaufmännische Einrichtung erfordert. Mit dieser freiwilligen Eintragung macht er sich dann selbst zum Kaufmann. Sobald man im Handelsregister eingetragen wurde, gilt man als Kaufmann und unterliegt der Buchführungspflicht. Handelt es sich hingegen um einen noch nicht kaufmännisch eingerichteten Betrieb, so muss dieser Gewerbebetrieb (noch) keine Bücher führen. Diese Buchführung kann von demFinanzamt erst ab bestimmten festgelegten Grenzen gefordert werden, diese bestimmt sich nach § 141 AO, der Buchführungspflicht bestimmter Steuerpflichtiger.

Doch was heißt Buchführungspflicht eigentlich genau? Unter der Buchführungspflicht versteht man:
– Zunächst einmal die Ermittlung des Gewinns nach § 4 Absatz 1 Einkommenssteuergesetz (so genannter Vergleich des Betriebsvermögens),
– hinzu kommt die Pflicht eines Jahresabschlusses mit einer Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung.
– Und es besteht eine Pflicht zur so genannten doppelten Buchführung.

Diejenigen Unternehmen, die der Buchführungspflicht nicht unterstehen, wie beispielsweise Freiberufler oder Kleingewerbetreibende, führen Aufzeichnungen über die Betriebseinnahmen und -ausgaben, das Betriebsergebnis wird dann mit einer Überschussrechnung bestimmt. Werden die Grenzen nach § 141 AO überschritten, ist es nicht notwendig für den Betrieb, gleich zur Bilanzierung überzugehen. Dies geschieht erst nach einer Aufforderung durch das Finanzamt, welches wiederum nach § 148 AO davon absehen kann, wenn es ersichtlich ist, dass diese Grenze nur vorübergehend überschritten wurde.

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